Der Weihnachtspfadfinder
Vorwort
Hier ein kleines Vorwort zu der nun folgenden Geschichte: Es ist eine Variante der Weihnachtsgeschichte, und soll zum Nachdenken anregen ...
Die Geschichte
Trotz all dem Spaß und des Lachens fühlte sich der 13 Jahre alte Frank Wilson nicht glücklich.
Ja - er hatte all die Geschenke bekommen, die er sich gewünscht hatte. Und natürlich genoss er die traditionelle Versammlung der Familie am Weihnachtsabend um Geschenke und Glückwünsche zu tauschen. Dieses Mal trafen sich alle bei Tante Susan.
Aber Frank war nicht glücklich, denn es war sein erstes Weihnachten ohne seinen Bruder Steve, der von einem rücksichtslosen Autofahrer getötet worden war. Frank vermisste seinen Bruder und die enge Freundschaft die beide verband. Frank verabschiedete sich von seinen Verwandten und erklärte seinen Eltern das er so früh ging da er sich noch mit einem Freund treffen wollte. Weil es kalt draussen war zog er seine neue warme Jacke an. Die war sein Lieblingsgeschenk dieses Jahr, denn auf dem Rücken war das Zeichen seiner Lieblingsmannschaft.
Die anderen Geschenke legte er auf seinen Schlitten.
Dann ging Frank los, in der Hoffnung den Leiter seiner Pfadfindergruppe zu treffen. Von ihm fühlte sich Frank immer verstanden. Obwohl reich an Wissen und auch ein wenig Weisheit lebte er in dem Teil der Stadt in dem die Armen wohnten. Sein Leiter hatte Jobs um seine Familie zu unterstützen, daher war er Franks Enttäuschung nicht zu Hause. Als Frank sich auf den Weg nach Hause machte und die Straße runterging fiel sein Blick immer wieder auf die Bäume und den Weihnachtsschmuck in den kleinen Häusern. Und dann fiel sein Blick durch ein Fenster in einen schäbigen Raum, wo Strümpfe über einem leeren Kamin hingen. Kein Feuer brannte darin. Eine Frau saß daneben und weinte.
Die Strümpfe erinnerten ihn daran wie er und sein Bruder ihre immer nebeneinander gehängt hatten. Am nächsten Morgen waren sie voller Geschenke. Ein plötzlicher Gedanke schoss in Franks Gehirn. - er hatte heute noch gar keine "Gute Tat" getan.
Bevor dieser Gedanke verblasste klopfte er an die Tür.
"Ja?" fragte die traurige Stimme der Frau.
"Darf ich reinkommen?"
"Bitte sehr", sagte sie und sah auf seinen großen Schlitten voller Geschenke. Sie vermutete er würde für etwas sammeln, aber ich habe kein Essen oder Geschenke für dich. Ich habe noch nicht einmal etwas für meine eigenen Kinder."
Ich bin nicht zum Sammeln hier," antwortete Frank. "Bitte suchen sie sich hiervon was immer sie wollen für ihre Kinder aus."
"Meine Güte, Gott segne dich!" rief die überwältigte Frau dankbar aus.
Sie wählte ein paar Süssigkeiten, ein Spiel, das Spielzeugflugzeug und ein Puzzle. Als sie die neue Pfadfindertaschenlampe nahm hätte Frank fast aufgeschrien, da er sie selbst sehr mochte. Endlich waren die Strümpfe gefüllt.
"Willst du mir nicht deinen Namen verraten?" fragte sie als Frank ging.
"Nennen sie mich einfach den Weihnachtspfadfinder", antwortete er.
Der Besuch hatte de Jungen sehr bewegt. Und er fühlte nun ein unerwartetes Glücksgefühl in seinem Herz. Er verstand das sein Kummer nicht der einzige Kummer auf der Welt war. Bevor er aus dem Armenviertel war hatte er auch noch den Rest seiner Geschenke verschenkt. Seine neue Jacke besaß nun ein vor Kälte zitternder Junge.
Er ging nach Hause, frierend und beunruhigt. Er konnte sich nicht vorstellen was er seinen Eltern als Erklärung liefern sollte das er alle seine Geschenke weggegeben hatte. Er fragte sich wie er es ihnen verständlich machen könnte.
"Wo sind den deine Geschenke?", fragte sein Vater als er herein kam.
"Ich habe sie verschenkt."
"Das Flugzeug von Tante Susan? Deine Jacke von Oma? Deine Taschenlampe? Wir dachten dir gefallen deine Geschenke? Du hast dich doch darüber gefreut."
"Ich - ich habe mich gefreut", antwortete Frank langsam und leise.
"Aber, Frank, wie konntest du bloß so impulsiv sein?" fragte seine Mutter. "Wie willst du das denn den Verwandten erklären, die soviel Zeit und Gedanken damit verbracht haben dir etwas auszusuchen und dir eine Freude zu machen?"
Sein Vater sagte klar und deutlich: "Okay, du hast deine Entscheidung getroffen, Frank. Neue Geschenke können wir dir aber nicht kaufen. Du hattest welche, was du damit gemacht hast war deine Entscheidung - aber mehr sind nicht drin."
Sein Bruder nicht mehr da, seine Eltern enttäuscht von ihm - Frank fühlte sich plötzlich sehr alleine. Er hatte keine Belohnung erwartet. Er hatte gelernt das eine gute Tat seine eigene Belohnung sein sollte. Sonst wäre sie befleckt und hätte einfach nicht mehr genug Gewicht. Er wollte seine Geschenke nicht zurück, doch er fragte sich ob er jemals wieder echtes Glück fühlen würde. Er dachte er hätte es heute Abend gefühlt, doch jetzt war es wieder verflogen. Frank dachte an seinen Bruder und weinte sich in den Schlaf.
Am nächsten Morgen als er die Treppe runterkam, saßen seine Eltern vor dem Radio und hörten Weihnachtslieder. Dann sprach der Radiomoderator.
"Frohe Weihnachten an euch da draussen! Die schönste Weihnachtsgeschichte heute morgen kommt aus dem "Viertel". Ein gehbehinderter Junge freute sich über einen neuen großen Schlitten, ein anderer hat eine neue warme Jacke und mehrere Familien beschwören das ihre Kinder letzten Abend reich beschenkt wurden. Von einem Jungen, der sich selbst nur als "Weihnachtspfadfinder" vorstellte. Keiner kannte den Jungen oder konnte sagen wo er herkam, doch die Kinder des "Viertels" vermuten das der Weihnachtspfadfinder ein persönlicher Vertreter und Mitarbeiter vom Weihnachtsmann Santa Claus persönlich ist."
Frank bemerkte das sein Vater ihm den Arm um die Schultern gelegt hatte und das ihn seine Mutter mit Tränen in den Augen anlächelte. "Warum hast du uns das nicht erzählt? Wir hatten es ganz falsch verstanden. Wir sind wirklich stolz auf dich."
Da war es wieder - dieses Glücksgefühl im Herzen. Geben ist seliger denn nehmen.
Frohe Weihnachten!
Nachwort
Und nun auch von uns allen ebenfalls: Frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch!

